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Am Filzteich gibt es keinen Winterschlaf
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, 18. Dezember 2007 um 01:00

Kinder- und Erholungszentrum: Nächstes Jahr wird der 200.000. Besucher erwartet - Langfristiges Ziel: Mehr Gäste in der Nebensaison anlocken

Zugegeben, ins Wasser des Filzteiches zieht es dieser Tage niemanden mehr. Im Kinder- und Jugenderholungszentrum Am Filzteich (Kiez) herrscht dennoch keine Spur von Winterschlaf.

Verwaist ist der Beachvolleyball-Platz, auf dem Kunstrasen-Areal rollt längst kein Ball mehr, die blaue Rutsche hat schon seit Monaten niemanden mehr ins Wasser befördert. Und dennoch: Das Wort Winterschlaf kennt im Kinder- und Jugenderholungszenrtrum Am Filzteich niemand. Im Gegenteil, jetzt heißt es für die fünfzehn Stamm-Mitarbeiter, endlich das erledigen zu können, was über die Hauptsaison liegen geblieben ist. Spätestens Silvester muss alles auf Vordermann gebracht sein, denn dann soll am Filzteich die große Jahresabschluss-Party steigen.

Mit dem Verlauf der vergangenen Saison ist die Geschäftsführerin des betreibenden Vereins, Erika Balzer, zufrieden: „Wir haben bisher fast 12.600 Gäste gezählt. Das ist ein schöner Erfolg, denn damit haben wir das Niveau der Vorjahre gehalten.“ Die Auslastung liege bei durchschnittlich 32 Prozent. Da sei zwar noch viel mehr drin, jedoch entsprächen die 32 Prozent den üblichen Zahlen in der sächsischen Tourismusbranche.

„Klar könnten wir noch mehr Gäste vertragen“, gibt Balzer dementsprechend auch zu. Das Problem sei jedoch weniger die durchschnittlicheIm Kinder- und Jugenderholungszentrum Am Filzteich werden nicht nur Projekttage verbracht Auslastung als vielmehr die Belegung in der Nebensaison. „Von April bis September haben wir alle Hände voll zu tun. Das ist die typische Reisezeit für Schulklassen. Da könnten wir regelmäßig anbauen, um allen eine Unterkunft zu bieten, die uns besuchen möchten.“ Im Herbst und Winter sei es hingegen deutlich schwieriger, Gäste an den Filzteich zu locken. „Dagegen wollen wir etwas tun. Wir haben zum Beispiel bestimmte Angebotspakete geschnürt, mit denen auch bei schlechtem Wetter beste Unterhaltung garantiert ist.“ Bisher habe diese Maßnahme jedoch noch keine Früchte getragen.

Jammern wollen die Betreiber des Filzteiches indes nicht. Viel lieber blickt man voraus auf das kommende Jahr. So wird zum Beispiel der 200.000. Besucher seit der Wiedereröffnung im Jahr 1991 erwartet - im Mai ist es voraussichtlich so weit. „Für den Jubiläumsgast lassen wir uns natürlich etwas Besonderes ein-fallen. Was, das verraten wir aber noch nicht“, meint Geschäftsführerin Balzer.

Eine steigende Nachfrage erwartet die Leiterin durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen. „Immer mehr Firmen führen bei uns inzwischen ihren Lehrjahresauftakt durch. Das hat sich herumgesprochen“, vermutet Erika Balzer. Die Lehrlinge könnten sich bei Sport und Spiel besser kennen lernen. Gleichzeitig stünden genügend Räumlichkeiten mit entsprechender Technik für Vorträge oder Präsentationen bereit.

Ein weiterer Schwerpunkt soll auch im nächsten Jahr wieder die pädagogisch begleitete Projektarbeit sein. Dabei wird das Kiez von vielen heimischen Vereinen unterstützt, so zum Beispiel von der Aidshilfe Zwickau, die regelmäßig Mitarbeiter zum Filzteich schickt, um die jugendlichen Gäste im Rahmen des Biologieunterrichts aufzuklären und zu informieren. Neu im Programm ab 2008: das Paket „Technik, Computer und Informatik“, durch das Grundkenntnisse in Sachen PC-Nutzung vermittelt werden sollen.

Eine Maßnahme, die zwar für die Gäste unsichtbar, dafür aber umso unverzichtbarer ist, ist die Sanierung der Kläranlage. „Das wird höchste Zeit, denn die alte Anlage, ursprünglich für 900 Gäste ausgelegt, verursacht überdimensionale Betriebskosten“, berichtet Erika Balzer. Und ohne funktionstüchtige Kläranlage, soviel dürfte sicher sein, wird sich wohl keiner der künftigen Besucher wohl fühlen am Filzteich. Egal, ob im Sommer oder im Winter. (nancy dietrich)

www.kiezschneeberg.de

Quelle: Freie Presse
Foto: Lars Rosenkranz