|
Kinder- und Erholungszentrum: Nächstes
Jahr wird der 200.000. Besucher erwartet - Langfristiges Ziel: Mehr
Gäste in der Nebensaison anlocken
Zugegeben, ins Wasser des
Filzteiches zieht es dieser Tage niemanden mehr. Im Kinder- und
Jugenderholungszentrum Am Filzteich (Kiez) herrscht dennoch keine
Spur von Winterschlaf.
Verwaist ist
der Beachvolleyball-Platz, auf dem Kunstrasen-Areal rollt längst
kein Ball mehr, die blaue Rutsche hat schon seit Monaten niemanden
mehr ins Wasser befördert. Und dennoch: Das Wort Winterschlaf
kennt im Kinder- und Jugenderholungszenrtrum Am Filzteich niemand. Im
Gegenteil, jetzt heißt es für die fünfzehn
Stamm-Mitarbeiter, endlich das erledigen zu können, was über
die Hauptsaison liegen geblieben ist. Spätestens Silvester muss
alles auf Vordermann gebracht sein, denn dann soll am Filzteich die
große Jahresabschluss-Party steigen.
Mit dem Verlauf der
vergangenen Saison ist die Geschäftsführerin des
betreibenden Vereins, Erika Balzer, zufrieden: „Wir haben bisher
fast 12.600 Gäste gezählt. Das ist ein schöner Erfolg,
denn damit haben wir das Niveau der Vorjahre gehalten.“ Die
Auslastung liege bei durchschnittlich 32 Prozent. Da sei zwar noch
viel mehr drin, jedoch entsprächen die 32 Prozent den üblichen
Zahlen in der sächsischen Tourismusbranche.
„Klar könnten wir
noch mehr Gäste vertragen“, gibt Balzer dementsprechend auch
zu. Das Problem sei jedoch weniger die durchschnittliche Auslastung
als vielmehr die Belegung in der Nebensaison. „Von April bis September haben wir alle Hände voll zu tun. Das ist die typische
Reisezeit für Schulklassen. Da könnten wir regelmäßig
anbauen, um allen eine Unterkunft zu bieten, die uns besuchen
möchten.“ Im Herbst und Winter sei es hingegen deutlich
schwieriger, Gäste an den Filzteich zu locken. „Dagegen wollen
wir etwas tun. Wir haben zum Beispiel bestimmte Angebotspakete
geschnürt, mit denen auch bei schlechtem Wetter beste
Unterhaltung garantiert ist.“ Bisher habe diese Maßnahme
jedoch noch keine Früchte getragen.
Jammern wollen die
Betreiber des Filzteiches indes nicht. Viel lieber blickt man voraus
auf das kommende Jahr. So wird zum Beispiel der 200.000. Besucher
seit der Wiedereröffnung im Jahr 1991 erwartet - im Mai ist es
voraussichtlich so weit. „Für den Jubiläumsgast lassen
wir uns natürlich etwas Besonderes ein-fallen. Was, das verraten
wir aber noch nicht“, meint Geschäftsführerin Balzer.
Eine steigende Nachfrage
erwartet die Leiterin durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen.
„Immer mehr Firmen führen bei uns inzwischen ihren
Lehrjahresauftakt durch. Das hat sich herumgesprochen“, vermutet
Erika Balzer. Die Lehrlinge könnten sich bei Sport und Spiel
besser kennen lernen. Gleichzeitig stünden genügend
Räumlichkeiten mit entsprechender Technik für Vorträge
oder Präsentationen bereit.
Ein weiterer Schwerpunkt
soll auch im nächsten Jahr wieder die pädagogisch
begleitete Projektarbeit sein. Dabei wird das Kiez von vielen
heimischen Vereinen unterstützt, so zum Beispiel von der
Aidshilfe Zwickau, die regelmäßig Mitarbeiter zum
Filzteich schickt, um die jugendlichen Gäste im Rahmen des
Biologieunterrichts aufzuklären und zu informieren. Neu im
Programm ab 2008: das Paket „Technik, Computer und Informatik“,
durch das Grundkenntnisse in Sachen PC-Nutzung vermittelt werden
sollen.
Eine Maßnahme, die
zwar für die Gäste unsichtbar, dafür aber umso
unverzichtbarer ist, ist die Sanierung der Kläranlage. „Das
wird höchste Zeit, denn die alte Anlage, ursprünglich für
900 Gäste ausgelegt, verursacht überdimensionale
Betriebskosten“, berichtet Erika Balzer. Und ohne funktionstüchtige
Kläranlage, soviel dürfte sicher sein, wird sich wohl
keiner der künftigen Besucher wohl fühlen am Filzteich.
Egal, ob im Sommer oder im Winter. (nancy dietrich)
www.kiezschneeberg.de
Quelle: Freie Presse
Foto: Lars Rosenkranz
|